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Der kleine Prinz
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Der Fuchs:

"Zähme mich." Und: "Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar." - (Kapitel 21).

Dies ist die zentrale Botschaft, mit der sich Saint-Exupéry an die Kinder wendet - ein "Geheimnis", das den Erwachsenen verborgen bleibt, oder das ihnen verloren gegangen ist.

Der Fuchs ist - indirekt - eng verbunden mit der Schlange, die dem kleinen Prinzen erst mit ihrem Todesbiss ermöglicht, zu seinem Planeten heim zu kehren und die Lehren des Fuchses umzusetzen in neuer Begegnung mit seiner Rose.


Der Fuchs macht dem kleinen Prinz erst deutlich, was Beziehungen ausmacht:
  • Die Bedeutung, die ein Wesen für uns hat (im Gegensatz zu allen anderen Wesen, mögen sie auch noch so gleich erscheinen).

  • Die Arbeit, die in die Beziehung investiert wird: das Sich-vertraut-machen.

  • Mit der Vertrautheit und Bedeutung wächst auch die Einmaligkeit des Geliebten und Vertrauten.



Der Fuchs ermahnt (indirekt), nicht mit "Liebe" inflationär umzugehen, sondern die Voraussetzungen zu erkennen, die "Liebe" braucht. Ohne Fleiß kein Preis - so könnte man es ganz unromantisch nennen.

Der Fuchs und seine Lehre wird gern (miss)verstanden als eine lediglich andere Sprache für das Gebot der Nächstenliebe, wie es die christliche Religion durch das Leben und die Predigt von Jesus versteht. Hier sind Zweifel angebracht, ob eine solche Gleichsetzung oder Nähe wirklich zutreffend wäre: Während sich (im christlichen Verständnis) die Nächstenliebe an jedermann wendet (sogar an die Feinde), formuliert der Fuchs ganz eindeutig, dass nur Vertrautheit und Liebe sein können, wo "Zähmung" stattgefunden hat (heute würde man sagen: "Beziehungsarbeit"). Und der kleine Prinz, der dies hört, in sich aufnimmt und durchaus umsetzt, sieht sich frei, die Welt der Erwachsenen abzulehnen und aus ihr zu fliehen - mit einer Himmelfahrt, die nur seiner eigenen Erlösung dient, und eben nicht - wie bei Jesus - der Erlösung etwa der gesamten Menschenheit.

Der Fuchs erscheint hier also eher weniger als etwaiger Übersetzer christlich-biblischer Kernsätze; vielmehr scheint eine Nähe angemessen zu sein zu (sagen wir:) Sigmund Freud, der ebenfalls die Menschen von "Schuld" bzw. dem Selbstvorwurf vermeintlicher Schuld befreite, indem er als Psychotherapeut Aufklärungsarbeit betrieb gegen verinnerlichte Tabus (etwa sexueller Art) und die daraus folgenden Schuldgefühle.

Nun spielt "Schuld" im "kleinen Prinzen" keine Rolle (wenigstens wird sie nicht unmittelbar angesprochen, nicht direkt thematisiert); auch umgeht es Saint-Exupéry, den kleinen Prinzen in die Konflikte der Pubertät bzw. der Geschlechtsreife eintreten zu lassen.

So kommt die Beziehung des kleinen Prinzen zu seiner Rose oder zum Fuchs über Zuneigung und Verantwortung nicht hinaus. Beide Beziehungsformen können gelebt werden, ohne dass dies die Exklusivität der Beziehung verlangen würde, also die Ausschließlichkeit in der Paar-Beziehung; will sagen: Zuneigung und Verantwortlichkeit kann mehreren entgegen gebracht werden; in einer Gruppe ist dies in mannigfaltigen Quer-Beziehungen möglich, ohne dass es zu Eifersucht oder Konkurrenz kommen müsste. Mit einem etwaigen Eintritt von Geschlechtsreife, wenn es um Partnerwahl geht auch für die Zeugung und Aufzucht der Nachkommen, würde sich dies so sehr wahrscheinlich ändern, dass die Einfachheit der Regeln, die der Fuchs dem kleinen Prinzen mitgibt, dann nicht mehr ausreichen würde, um Beziehungen und Beziehungsgeflechte zu regeln.

Dies wird hier nur festgestellt und ist kein Vorwurf an das Buch. Immerhin wendet sich Saint-Exupéry ausdrücklich an die Kinder, die alles, was mit geschlechtlicher Partnersuche und mit sexueller Beziehung zu tun hat, gar nicht verstehen könnten.

Diese Verkürzung ist also nicht nur gewollt, sondern im Gesamtzusammenhang des Buches "an die Kinder" auch unumgänglich.

Dem erwachsenen Leser jedoch muss klar sein, dass hier - bei aller Schönheit der Bilder und Worte - keine Rezepte zur Bewältigung des Alltags geliefert werden.

Unter dem Druck der Hormone (nennen wir es einmal so) ist es schwer, zwischen "gut" und "böse" zu unterscheiden: im Sinne der Fortpflanzung gibt es nur "Erfolg" und "Misserfolg". Selbstverständlich gehören das Sich-vertraut-machen, wie es der Fuchs beschreibt, zur Partnerwahl und -werbung dazu, und zur ständigen Beziehungspflege auch; aber dies beschreibt nur das "Wie", nicht das "Warum" - denn dieses "Warum" ist triebhaft, instinkthaft, es ist uns durch die Evolution mitgegeben.

An diesem Punkt erscheint denn auch die Beziehung des kleinen Prinzen zu seiner Rose seltsam leer, blutleer, ziellos.

Könn(t)en wir uns "Liebe" wirklich vorstellen ohne den Impuls zur Fortpflanzung, ohne den Wunsch, die eigene Art zu sichern? Ist unter der Bedingung einer biologischen Ziellosigkeit "Liebe" überhaupt möglich? Was würde den Kraft-Aufwand der Beziehungsarbeit ("zähme mich") rechtfertigen, wenn nicht dieses Ziel vor Augen stünde, wenn nicht dieses Programm "Fortpflanzung" in unseren Köpfen wäre?

Noch einmal:

Nichts von dem, was der Fuchs sagt, ist falsch. Aber es ist eben auch nicht einfach nur richtig, weil die notwendigen Verkürzungen (kleines Buch, kurze Episoden, Kinder als Leserschaft) seine Übertragbarkeit und Anwendbarkeit im "echten Leben" stark einschränken.

Dies darf und soll den Zauber nicht nehmen.

Der Leser, die Leserin muss aber wissen: Hier wird nur ein erster Schritt getan bzw. die Richtung gewiesen. Eine Harmonie der Menschen untereinander verlangt dann darüber hinaus noch sehr viel mehr Arbeit und Erkentnnis.

Siehe:
Kapitel 00 - Vorwort / Widmung an Léon Werth - und an die Kinder
Kapitel 21 - Der Fuchs: "Zähme mich" / "Man sieht nur mit dem Herzen gut"






Verweis(e) auf interne Seiten:

an die Kinder
21
Himmelfahrt
Jesus
Kapitel 00 - Vorwort / Widmung an Léon Werth - und an die Kinder
Kapitel 21 - Der Fuchs: "Zähme mich" / "Man sieht nur mit dem Herzen gut"
Liebe
Nächstenliebe
Rose
Schlange





 


"Planetenflug" ist eine unabhängige Seite für Freunde des Buches "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry. Liebt der kleine Prinz seine Rose? Liebt seine Rose ihn? Ist die Reise des Prinzen wirklich eine Flucht? Oder eine Reise zu sich selbst? Welche Bedeutung hat der Fuchs? Stimmt der Satz: "Man sieht nur mit dem Herzen gut"? Und: "Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar"? Aber auch Hinweise auf Theater, Film bis hin zu Nippes (der "kleine Prinz" als Schlüsselanhänger) werden auf "Planetenflug.de" gegeben. Vieles also ist zum Thema auf "Planetenflug.de" vertreten - nur eines nicht: der volle Text-Auszug von "Der kleine Prinz", denn dessen Wiedergabe hier ist aus Gründen des Urheberrechtes nicht gestattet (Schutzfrist von 70 Jahren). Die Verwendung von Bildern/Texten/Videos aus "Planetenflug.de" ist nur mit Zustimmung des Urhebers gestattet; siehe Urheberrecht.


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