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Der kleine Prinz
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"Der kleine Prinz" ist sehr verwundert über die Sitten und Gebräuche der Erwachsenen. Aus seinem Munde erfährt der Leser eine umfassende Zivilisationskritik, wenngleich diese auch zurückhaltend, in spielerischen Bildern, in Andeutungen vermittelt wird: Die Kinder unter den Lesern wundern sich über "die Erwachsenen"; und die Erwachsenen unter den Lesern finden eine zeitgenössische (damals weit verbreitete) Zivilisationskritik in den Bildern des "kleinen Prinzen" wieder; und für Kinder wie Erwachsene schimmert überall Hoffnung auf: Es ginge auch anders.

Die Zivilisationskritik entfaltet sich am stärksten dort, wo der kleine Prinz auf zweifelhafte Charaktere trifft:

Kapitel 10 - 1. Planet: Der König
Kapitel 11 - 2. Planet: Der Eitle
Kapitel 12 - 3. Planet: Der Säufer
Kapitel 13 - 4. Planet: Der Geschäftsmann
Kapitel 14 - 5. Planet: Der Laternen-Anzünder
Kapitel 15 - 6. Planet: Der Geograf
Kapitel 22 - Der Weichensteller und die Züge
Kapitel 23 - Der Händler und die Durst stillenden Pillen / Der Brunnen

Glossar: Der Laternen-Anzünder
Glossar: Der Weichensteller
Glossar: Die Blechtrommel
Glossar: Die Maßnahme
Glossar: Fatalismus
Glossar: Krieg
Glossar: Metropolis


Schon im 19. Jahrhundert wurde Europa erfasst von der Industrialisierung, und eine weithin bekannte Zivilisationskritik besagte:
  • In der Bibel steht: "Macht euch die Erde untertan."

  • In der Industrie jedoch machen die Maschinen sich die Menschen untertan.


Bis in die Minuten, ja Sekunden hinein wird der Mensch den Taktschlägen der Maschinen unterworfen; Zeit ist Geld; Effizienz ist alles.

Da muss alles schnell gehen. Pillen zu schlucken geht schneller, als Wasser zu trinken. Und an Pillen lässt sich verdienen. Pillen stören den Arbeitsablauf weniger als Wassertrinken. Der Mensch ist getaktet. Dies jedenfalls sind die Bilder einer in den 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts weit verbreiteten Zivilisationskritik.

Da wird dann Muße zum Geldverlust des Kapitalisten; und so muss den Menschen abgewöhnt werden, sie selbst zu sein, denn Muße führt die Menschen zu sich selbst, und das kann der (Früh-)Kapitalist nicht wollen: Er will, dass die Menschen zur Maschine kommen, der Maschine dienen, und das in unveränderlichem Zeittakt.

Ob hier Saint-Exupéry schon von der industriellen Vernichtung der Juden im Krieg der Deutschen wusste? Schon der Weichensteller konnte als Hinweis auf die Selektion von Menschen nach "nütze" und "unnütze" verstanden werden.

Nicht nur in Deutschland, auch schon im Frankreich des ausgehenden 19. Jahrhunderts hatte es Fragen gegeben, ob es nicht einfacher wäre, psychisch Kranke zu töten (oder einfach verhungern zu lassen), anstatt die (damals vielerorts für sinnlos gehaltenen) Kosten für ihre Pflege aufzubringen.

Der sich industrialsierende Teil der Menschheit hatte zur Zeit von Antoine de Saint-Exupéry in weit verbreiteten Schichten der Bevölkerung jede Distanz zur Selbst-Unterwerfung verloren, das Effizienz-Gebot des eigenen Lebens verinnerlicht - und folglich auch das Erbarmen verloren gegenüber denen, die effizient nicht (nicht mehr) sein konnten.

Es war sehr weit ein Fatalismus verbreitet, eine Schicksalsergebenheit in der Form, dass viele Menschen glaubten, diese Entwicklung sei unaufhaltsam - so, wie auch ein aufkommender Weltkrieg als allerletzte Entscheidungsschlacht der Großmächte als unausweichlich angesehen wurde, als gleichsam natürlicher Gang der Dinge.

Dieses Ausgeliefert-Sein, dieses Wie-soll-es-denn-anders-gehen wird bereits auf der Planetenreise des kleinen Prinzen deutlich, wenn er auf den Laternen-Anzünder trifft.

Ob Saint-Exupéry hier Andeutungen von solcher Reichweite machen wollte, muss unklar bleiben. Möglich aber ist es.

Ganz sicher kein Zufall ist es, dass der Händler, der "Pillen statt Wasser" verkaufen will, unmittelbar erscheint, bevor die Geschichte in die Wüste zurück kehrt, zum Wasserbrunnen - und somit zur Schlange und der Himmelfahrt des Prinzen.

Zivilisationskritik - ist das im Europa der 40er-Jahre des 20. Jahrhunderts nicht auch zugleich Kapitalismuskritik? Das böte sich an. Aber ganz offensichtlich geht Saint-Exupéry über vorsichtige Andeutungen nicht hinaus - nur ein einziges Mal wird direkt das Geld angesprochen, kommt in der Figur des Geschäftsmannes ein Vertreter des Kapitalismus zu Wort. Und der Autor vermeidet es strikt, die Geschäfte und das Geld selbst zu bewerten - vielmehr wird der Geschäftsmann in seiner Verlorenheit, seiner Leere, seiner Verbissenheit dargestellt. Was wäre an Geld (das ja nur einen Tauschwert besitzt bzw. eine Tauschware ist) so gut oder so schlecht - wenn es nicht die Taten der Menschen sind, die für Geld und mit Geld begangen werden?




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Kapitel 10 - 1. Planet: Der König
Kapitel 11 - 2. Planet: Der Eitle
Kapitel 12 - 3. Planet: Der Säufer
Kapitel 13 - 4. Planet: Der Geschäftsmann
Kapitel 14 - 5. Planet: Der Laternen-Anzünder
Kapitel 15 - 6. Planet: Der Geograf
Kapitel 22 - Der Weichensteller und die Züge
Kapitel 23 - Der Händler und die Durst stillenden Pillen / Der Brunnen
Kinder
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"Planetenflug" ist eine unabhängige Seite für Freunde des Buches "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry. Liebt der kleine Prinz seine Rose? Liebt seine Rose ihn? Ist die Reise des Prinzen wirklich eine Flucht? Oder eine Reise zu sich selbst? Welche Bedeutung hat der Fuchs? Stimmt der Satz: "Man sieht nur mit dem Herzen gut"? Und: "Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar"? Aber auch Hinweise auf Theater, Film bis hin zu Nippes (der "kleine Prinz" als Schlüsselanhänger) werden auf "Planetenflug.de" gegeben. Vieles also ist zum Thema auf "Planetenflug.de" vertreten - nur eines nicht: der volle Text-Auszug von "Der kleine Prinz", denn dessen Wiedergabe hier ist aus Gründen des Urheberrechtes nicht gestattet (Schutzfrist von 70 Jahren). Die Verwendung von Bildern/Texten/Videos aus "Planetenflug.de" ist nur mit Zustimmung des Urhebers gestattet; siehe Urheberrecht.


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